Young Bucks unterschreiben bei ROH: Die richtige Entscheidung?

Young Bucks - ROH

(Bild-Quelle: rohworld.com)

Matthew (30) und Nicholas Massie (26) sind im echten Leben Brüder und Familienväter. Die meisten von uns kennen sie als „The Young Bucks“ – ihres Zeichens eines der erfolgreichsten Tag Teams der Wrestling-Szene. Kürzlich kokettierten sie mit einem Wechsel zu NXT – nun kam es anders.

Nach ersten Gehversuchen im Backyard-Wrestling und dem Aufbau einer eigenen Mini-Company, starteten die Young Bucks 2005 in der Indy-Szene durch. Die beiden sind durch und durch Wrestling-Fans und ihr Programm quasi eine Hommage an die besten Momente des Mainstream-Wrestlings der letzten 30 Jahre.

PWG, ROH & CHIKARA – die Heimat der „Bucks“

Matt und Nick machten sich über viele Ligen hinweg einen Namen, bekannt wurden sie jedoch hauptsächlich durch zahlreiche Kult-Matches bei PWG, ROH und CHIKARA. Zu den Highlights ihrer Karriere zählen Titlematches gegen Kevin Steen (Kevin Owens) und El Generico (Sami Zayn), sowie die Brisco Brothers und die American Wolves. Der Stil der beiden ist als „Spot Monkey“-Wrestling verschrien. Damit ist eine vermeintlich sinnlose Aneinanderreihung hochspektakulärer Moves gemeint. In der Tat sind Young Bucks Matches für viele Puristen einfach zu viel des Guten. Athletisch ansprechend, aber im Bezug auf das Storytelling ohne jegliche Intensität. Während PWG und ROH eine hervorragende Bühne für diesen Stil bieten, wäre eine solche Darstellung in der WWE undenkbar. Selbst bei NXT.

WWE & TNA – Attitude Adjustment needed

Was den Brüdern stets zum Nachteil gereichte, war ihre überhebliche und unbekümmerte Attitüde. Ein Shawn Michaels war bereits ein etablierter Star, als er diese Züge entwickelte, aber als Neuling ist es schwer mit dieser Haltung im Mainstream-Wrestling Fuß zu fassen. In ihren vier WWE Auftritten (2008 & 2011) eckten sie backstage an und zogen vor allem den Zorn von Booker T auf sich, der von den beiden erwartete sich ihm vorzustellen. Ähnliches berichtete, die seinerseits nicht weniger von Ego-Marotten geplagte, ECW-Legende Rob Van Dam. In ihrem TNA-Run hätten ihn die beiden ignoriert und nie begrüßt. Nun muss man natürlich wissen wie wichtig das Händeschütteln, gerade in der WWE, ist. Sonst mag es fast wie eine Lappalie klingen. Jedoch gehört dieser gegenseitige Respekt zum erwarteten Locker Room Verhalten. Wenn gerade Neulinge sich nicht daran halten, ist das für viele Veteranen ein No-Go.

Bullet Club – 4 life?

New Japan Pro Wrestling (NJPW) stellte für die Young Bucks 2013 einen wichtigen Entwicklungsschritt dar. Sich als „Spot Monkeys“ in einer Puroresu Company zu behaupten mag heutzutage naheliegender sein, als noch vor 10 – 15 Jahren, dennoch passten die Stile nicht wirklich gut zueinander. Als Mitglieder des Bullet Club Stables hatten sie jedoch die Narrenfreiheit ihre Attitüde auszuspielen und Puroresu-Regeln problemlos zu brechen. Der Bullet Club ist seinerseits eine Hommage an den nWo-Stable der WCW. Die ohnehin vorhandenen DX / nWo Referenzen der Bucks fügte sich dementsprechend organisch in das Konzept ein.

Durch den internationalen Popularitätsschub von NJPW um 2014 herum, erreichten Matt & Nick neue Sphären hinsichtlich ihres eigenen Bekanntheitsgrades. Die Kooperation zwischen ROH und NJPW erlaubt es den Brüdern auch weiterhin bei beiden Ligen aufzutreten. Der Vertrag mit ROH sieht außerdem Auftritte bei PWG vor. Andere Independent-Verpflichtungen werden die Young Bucks fortan aber nicht mehr wahrnehmen.

Da gerade Matt mit seinen 30 Jahren in einer entscheidenden Phase seiner Karriereplanung steckt, scheint es sich bei dieser Vertragsunterzeichnung um eine Grundsatzentscheidung zu handeln. Ist Bullet Club 4 life dadurch wirklich mehr als eine Floskel geworden? Könnten die Young Bucks Vorreiter einer Generation von Wrestlern werden, die eine Verpflichtung bei WWE nicht mehr als das Nonplusultra einer gelungenen Wrestler-Karriere betrachten?

The Young Bucks & NXT – ein Gedankenspiel

Nicht wenige rechneten damit das heißeste Tag Team der Welt fortan bei NXT bestaunen zu dürfen. Es stellt sich jedoch auch die Frage welche Chancen und Risiken damit verbunden gewesen wären. Die Tag Team Szene der WWE gilt als Baustelle. NXT beginnt gerade erst wieder verstärkt den Fokus auf Tag Teams zu legen. Die aktuell begehrtesten Teams arbeiten nicht für WWE. The Wolves und The Hardyz sind bei TNA unter Vertrag, reDRagon bei ROH und NJPW, The Prophecy und The Kingdom ebenfalls bei ROH. Eine Verpflichtung bei WWE – respektive NXT – hätte Match-Ups gegen solche Teams verhindert.

Auf der anderen Seite hätte man an Stelle der Young Bucks auch sagen können: „Been there, done that.“

So ziemlich jede Dream Match Auseinandersetzung im Indie-Segment ist ausgefochten. Selbst das Match gegen die Hardyz gab es kürzlich zu sehen. Was bleibt also noch?

Bei NXT wären mögliche Fehden-Partner Blake & Murphy, The Vaudvillains, Enzo Amore & Colin Cassady oder Jordan & Gable gewesen. Traumansetzungen sind das nicht gerade. Auch wrestlerisch hätte das nicht harmoniert. Die Bucks wären schlicht und einfach unterfordert mit ihren Gegnern.

Endstation Main Roster – eine Sackgasse?

Es ist schwer genug sich Matt & Nick Jackson bei RAW vorzustellen. Dies beinhaltet sich hinter Stephanie McMahon und Triple H einzureihen und mitzuschunkeln, wenn Titus ‚O Neil zehnmal ohne Publikumsreaktionen „Rise Above Cancer“ ins Mikro rappt, um die zweifelhafte Susan G. Komen Kampagne zu bewerben. Wer sich Dean Ambrose im Hintergrund angesehen hat, der kann sich denken, wie viel Spaß das macht, wenn man persönlich eine abweichende Meinung zu dieser Organisation hat.

Abgesehen davon – ihr aktueller In-Ring Stil wäre schlicht und einfach so nicht möglich. Man würde sich auf eine Begrenzung des Movesets einigen, würde vorschreiben welche Signature Moves in welcher Reihenfolge möglichst statisch abgespult werden müssen, in welche Kamera beim Entrance wann geblickt werden soll und den Jungs allerlei anderen gescripteten Kram auferlegen, bis nichts mehr vom Coolness-Faktor der beiden übrig ist.

Als Ergebnis dieser Einschränkungen wären zumindest deutlich interessantere Paarungen als bei NXT möglich. The Young Bucks vs The Usos wäre sicherlich ein visueller Leckerbissen, ebenso Matches gegen The Luchadores. Die Dudley Boyz sind ja auch gerade unter Vertrag – da könnte man sicherlich etwas Schönes daraus machen.

Aber ist das wirklich Pflichtprogramm? Wären es diese Matches wert, die dazugehörigen Einschränkungen in Kauf zu nehmen?

Ich bin gespannt auf Eure Meinung hierzu.

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