Review: WWE 2K16 (Xbox One) – ein rundum gelungenes Spektakel?

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Die WWE 2K Reihe ist quasi alternativlos, wie es die Bundeskanzlerin bezeichnen würde. Ein paar kleinere Fische schwimmen noch im Teich des Genres, aber grundsätzlich könnte es sich der Platzhirsch bequem machen und dem Rubel beim rollen zusehen. Tut er aber nicht – WWE 2K16 rockt!

Klar – das Rad hat man hier nicht neu erfunden. Aber jeder Tweak ist richtig gesetzt und der Content stimmt diesmal auch.

Drama, Baby!

Eine kleine, aber feine Neuerung sind die vielen Übergangsanimationen, welche die jeweilige Emotion des Charakters abbilden. Verzweiflung nach Near Falls, Frust über den Matchablauf – all das erkennt man am Verhalten der Figuren. Der Matchablauf spielt dieser Neuerung durch dramatische Momente häufig den Ball zu. Das neue Pin System basiert nun nicht mehr darauf eine Taste in einem bestimmten Moment loszulassen. Nun muss man sie im richtigen Moment drücken. Das Timing ist so angelegt, dass Near Falls viel häufiger entstehen. Die CPU kickt nun auch öfter aus Finishern aus, was die Spannung zusätzlich erhöht. Auch die neue Manager-KI trägt zur emotionaleren Darstellung bei. Diese verhalten sich nun tatsächlich so, wie es ein Manager im echten WWE-Szenario tun würde – sie greifen ein, meckern, lenken ab, ziehen den Ringrichter aus dem Ring und streiten natürlich alles ab, wenn sie dabei erwischt werden. Eines der vielen kleinen Details, die das Spiel dieses Jahr sehr viel runder machen.

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Taugt das neue Kontersystem was?

Im Vorfeld hat die Änderung am Kontersystem die Community polarisiert. Im Gegensatz zu den Vorgängern, kann man Konter nur noch begrenzt einsetzen. Erst wenn sich die entsprechende Leiste wieder auflädt, kann man erneuert versuchen sich aus den Fängen des Gegners zu befreien. In der Praxis spielt sich die Geschichte aber schön smooth. Kenner der Serie neigen nach wie vor dazu jede Aktion zu kontern, doch schon bald überlegt man mehr, statt blind den Trigger zu drücken. Dramatisch ist die Neuerung aber nicht, da man in der Regel ausreichend Kontersymbole in seiner Leiste hat. Und wer es partout nicht leiden kann, schaltet die Begrenzung ab.

Alle Spielmodi an Bord

Ein paar altgediente Zocker mögen dem GM Mode nach wie vor hinterher trauern, aber im Grunde genommen deckt WWE 2K16 alles ab – wer gerne linear spielt, bekommt seinen Showcase Mode, kreative Naturen vertiefen sich im Universe Mode und karrieregeile Egoisten fahren im Carreer Mode die Ellbogen aus.

Diesmal wird im Showcase Mode die Karriere von Steve Austin beleuchtet, warum auch immer man sich diese Ära so kurz nach dem Attitude-Ableger WWE ’13 ausgesucht hat. Wie gehabt erfüllt man Aufgaben, schaltet so weitere Szenen frei und schreitet im Modus voran.

Wer das mäßig spannend findet, bastelt sich seine Wrestler, Arenen und Shows einfach selbst. Ausgestattet mit allerlei editiertem Material sorgt der Universe-Modus für eine theoretische Spielzeit von vielen hundert Stunden. Mehr Wiederspielwert geht nicht. Eine lobenswerte Feinheit betrifft die Zuweisung der Wrestler dieses Jahr – diese können nun endlich in mehreren Rostern auftauchen. Auch das neue Charaktersystem hat es in den Universe-Modus geschafft. Je nachdem welche Persönlichkeitseigenschaften ihr den Superstars zuweist, verhält sich dieser entsprechend im Ring und den Rivalitäten. Eine feine Sache, die für mehr Immersion sorgt.

Die größte Überarbeitung erfuhr jedoch der Carreer Mode. Endlich wird dieser seinem Namen gerecht. Fehden, Beziehungen, Interview-Segmente – alles was man sich für den Modus wünschen kann, ist enthalten. Eine gewisse Repetivität stellt sich nach längerer Spielzeit zwar dennoch ein, aber die Zutaten sind gelungen und ausreichend Abwechslung ist gegeben.

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K-Dave resümiert:

Was fehlt denn dann eigentlich noch zur perfekten Wrestling-Simulation möchte man sich fragen? Ich vermisse gerade bei dem neuen Kontersystem mehr und sinnvollere Spots für die Major Reversals. Zwar gibt es den vielfach geforderderten zweiten Konterpunkt jetzt, aber der taucht nie dort auf, wo man es organisch vermuten würde. Wie schön wäre es, könnte man nach einem Suplex im letzten Moment auf den Beinen landen, oder die Ringecke konternd als Sprungbrett nutzen – gerade das moderne Wrestling hat ein hohes Tempo und lebt von derlei kreativen Momenten. WWE 2K16 spielt sich manchmal eher wie klassisches Pro Wrestling im Stile eines William Regal – langsam, bedacht, strategisch. Abgesehen von diesen explosiveren Momenten fehlt mir in diesem Ableger wenig. Die CAW Plätze für selbst erstellte Wrestler sind mit 100 Stück ausreichend dimensioniert und inhaltlich bietet man fast das ganze Programm. Lediglich die Matacharten könnte man künftig weiter aufstocken. Persönlich vermisse ich vor allem eine Battle Royal mit Pin & Submission Option. Außerdem hätte ich unheimlich gerne eine Handheld-Version dieses Spiels – vielleicht für Nintendo NX?

WWE 2K16

Fazit

Eine wesentlich rundere Version des Vorgängers, die mit weiterem Feinschliff nahe an das Ideal der perfekten Wrestling-Simulation heranreicht. Jetzt bei Amazon bestellen

4.5/5
  • Gameplay
  • Präsentation
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Masked keyboard warrior. Hits his enemies with his fabolous finisher - the keystroke. Writes about Wrestling.

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